Behinderung und Sexualität – ein Widerspruch?

Behinderung und Sexualität – diese beiden Themen müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen. Das Thema Sexualität wird häufig im Zusammenhang mit Menschen mit einer Behinderung tabuisiert, und das Bedürfnis nach Liebe und Zärtlichkeit nicht kommuniziert. Auch in der Gesellschaft sind die Themen Behinderung und Sexualität mit Tabus und Vorurteilen behaftet. Die Abweichung von der Normalität ist mit Unsicherheiten und Ängsten verbunden. Insofern ist ein unkomplizierter Umgang mit Themen der Liebe und Sexualität vor allem für Menschen mit einer Behinderung häufig nicht möglich.

Menschen mit Behinderung sind je nach Art der Behinderung auf Unterstützung in den verschiedenen Lebensbereichen angewiesen. Dabei steht die Selbstbestimmung der Menschen mit einem Unterstützungsbedarf im Vordergrund. Mit Hilfe von verschiedenen Assistenzleistungen können Menschen mit einer Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes und selbständiges Leben führen. Die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen mit Unterstützungsbedarf stehen dabei immer im Vordergrund. Aber auch in der Partnerschaft ist es bedeutend, sensible Themen zu besprechen und ernst zu nehmen, damit ein entspannter, enttabuisierter und zufriedenstellender Umgang mit Liebe und Sexualität möglich ist. Es ist wichtig, die eigenen Wünsche und Pläne zu thematisieren, um einen selbstbestimmten Umgang damit zu erlernen.

Das Thema Sexualität spielt wie bei jedem Menschen auch bei Menschen mit Behinderung eine bedeutende Rolle. Liebe, Zuneigung, Partnerschaft und die Planung der eigenen Zukunft sind elementare Themen, die in den verschiedenen Lebensphasen auftauchen. Diese Themen sind häufig mit Sorgen und Ängsten verbunden. Körperliche Einschränkungen und Besonderheiten können die Sexualität beeinflussen und zu Unsicherheiten und Problemen führen. Neben der Angewiesenheit auf technische Hilfsmittel, beispielsweise einen Rollstuhl, können auch psychische Sorgen und ein geschwächtes Selbstbewusstsein Belastungen für die Sexualität darstellen. Das Gefühl, nicht perfekt zu sein und somit nicht immer ein Geile Siech zu sein und von der Normalität abzuweichen, kann insbesondere bei einem sensiblen Thema wie Sexualität eine bedeutende Rolle spielen. Daher ist es in Bezug auf Sexualität und Partnerschaft wichtig, Offenheit und Ehrlichkeit zu entwickeln und Sorgen und Ängste mit dem Partner zu besprechen. Neben offener Kommunikation und einem festen Vertrauen ineinander können tiefe Gefühle zwischen den Sich-Liebenden Sorgen und Ängste vertreiben. Liebe und Vertrauen, Leidenschaft und Zuneigung können körperliche Einschränkungen und Behinderungen in den Hintergrund stellen, und der Rollstuhl kann für gemeinsame Stunden zu Zweit vor der Tür warten.

Weiterhin ist es möglich, sich durch professionelle Begleitung Unterstützung zum Thema Sexualität zu holen. Es kann entlastend und konstruktiv sein, seine Sorgen mit einer professionellen Person zu besprechen und sich Anregungen und Tipps zu holen. Mit professioneller Unterstützung können Menschen mit Behinderung beispielsweise die Nutzung technischer Hilfsmittel oder den Umgang mit einem Rollstuhl lernen, was zu mehr Selbständigkeit und Selbstbestimmung in vielen Lebensbereichen führen kann. Behinderung und Sexualität müssen keinen Widerspruch bedeuten, sondern Teile eines selbstbestimmten, zufriedenen Lebens sein.

Veröffentlicht am 23. August 2011 um 23:01 von admin · Permalink
In: Sexualität